Rund Fyn und Samsø
Mit dem H-Boot von der Schlei in die Dänische Südsee
(25.07. - 09.08.2002)
Donnerstag, 25.07.02
Unsere Ferien beginnen in Travemünde auf dem Leuchtenfeld. Hier steht das H-Boot auf dem Parkplatz zwischen jede Menge Autos, Zelten und Toilettenwagen im Matsch.
Die Jungen`s segeln seit Sonntag mit der Trias Travemünder-Woche und Tom hat das H-Boot schon mal Richtung Norden mitgenommen. Es regnet seit Tagen ohne Ende. Alles ist naß und stinkt. Ganz besonders der Volvo der zum Frühstücken und Trocknen der nassen Klamotten dient.
Louis und ich sind heute nachgereist, und warten jetzt gespannt, dass es endlich los geht.
Samstag, 27.07.02
Nach zwei Nächten auf dem Parkplatz sind die Jungen`s mit Segeln fertig - Platz 2, nicht schlecht!
Morgens, pünktlich zu Beginn unseres Urlaubs ist der Himmel blau. Wir hängen das H-Boot an und fahren nach Kappeln, Grauhöfft an der Schlei.
Mittags wird unser H-Boot ins Wasser gekrant. Neben 38-40 Fuss Schiffen sind wir winzig klein. Der nette Hafenmeister ist jedoch zuversichtlich und meint aufmunternd: Ein H-Boot ist ein hervorragendes Schiff für die Ostsee.
Schnell den Mast gesetzt und alle Klamotten aus dem Volvo in`s Schiff. Unglaublich was alles in ein H-Boot rein geht! Irgend etwas fehlt... Mit Entsetzen stellen wir fest, dass wir die Motorhalterung in der Eifel vergessen haben. Spätestens jetzt gehört alle Aufmerksamkeit im Hafen uns. Ein paar alte Bretter werden gesucht, Tom packt den Akkubohrer aus und fängt an die Badeleiter zur Motorhalterung umzufunktionieren. Ich nutzte in der Zwischenzeit das schöne heiße Wetter und spüle die Salzwasser-Travemünde-Klamotten auf dem Steg kräftig mit Süßwasser aus. Louis schmeißt noch seine Segelschuhe ins Hafenbecken und das Chaos ist perfekt.
Abends grillen wir am Ufer und diskutieren, ob wir jetzt mit unseren alten Seekarten von 1992 segeln oder uns beim Hafenmeister für 70,00 € aktuelle kaufen. Wir fahren mit den alten Karten!
Sonntag, 28.07.02
Auf nach Dänemark. Unser erstes Ziel ist Mommark.
Leinen los, Motor an, Ablegemanöver. Mitten im Hafen – kracht es. Ein Brett unserer spezial Motorhalterung bricht durch. Mist! Wir legen wieder an.
Tom will den Motor ins Auto laden und ohne segeln. Ich hab Panik vor tagelanger Flaute und weigere mich. Nach einigem Hin und Her suchen wir ein stabileres Brett und Tom packt mal wieder den Akkubohrer aus.
Um 12.00 Uhr gehen wir dann endgültig auf große Fahrt. Aus der Schlei raus und ab auf die Ostsee. Wir haben Kaiserwetter: Sonne, 3 Windstärken und eine kleine Welle. Mit herrlichem Raumschootwind segeln wir Richtung Mommark. Wir genießen unseren ersten Tag und laufen um 16.00 Uhr im Hafen ein.
Tom: Wo ist hier die Dänische Südsee??
Der Hafen liegt direkt neben einem Campingplatz und ist alles andere als schön. Mallorca auch in Dänemark? Na, ja was soll`s. Wir packen unsere Badesachen aus und gehen an den nächsten Strand. Louis ist happy. Wir nicht! Massenhaft deutsche Camper mit kreischenden Kindern.
Abends kocht Chefkoch Tom: Erbsensuppe von Aldi mit einer extra Portion Würstchen.
Louis ist heute besonders reinlich und duscht Zweimal. Das erste Mal vor dem Abendessen und ein zweites Mal, nachdem er beim Krebsefangen ins Hafenbecken rutscht. Ich finde eine ganze Duschmarke für eine halbe Portion lohnt sich nicht. Also wird Louis mit dem kalten Schlauch abgeduscht. 
Montag, 29.07.02
Nachdem wir gemütlich gefrühstückt haben, unser Takelgarn und Louis seine Schlafanzughose aus dem Hafenbecken gefischt haben segeln wir um 11.00 Uhr los. Unser Ziel ist Faldsled. Bei 1-2 Windstärken über den kleinen Belt. Nach 1 ½ Stunden flaut der Wind noch mehr ab und wir Motoren. Die Sonne brennt, der Motor nervt und wir hoffen auf Wind. Louis versucht zu Angeln - leider ohne Erfolg. Tom sieht den ersten Delphin auf unserer Reise.
Um 15.00 Uhr ist unser Ziel in Sicht. Vor uns eine riesig große Bucht. Mit dem Fernglas suchen wir nach einem Sandstrand. Und suchen... und suchen... motoren hin..... motoren her.....
Tom: Wo ist hier die Dänische Südsee?
Hier noch nicht!
Mit unseren alten Karten trauen wir uns nicht nah ans Ufer. Wir ankern neben vier weiteren Segelbooten. Louis verkriecht sich mit seinem Gameboy und wir machen ein kleines Nickerchen in der Gummilinda (unser Schlauchboot), sehr gemütlich! Eindeutig der beste Schlafplatz.
Abends koche ich mit Cornedbeef Spaghetti Bolognese. Tom weigert sich zu probieren und behauptet Tage später davon käme sein Herpes. Alles Quatsch. Louis und ich fanden es lecker!
Zum Schutz gegen die Feuchtigkeit, die abends immer aufzieht, wollen wir die Regenplane übers Schiff spannen. Mist.....die haben wir in Mommark zum Trocknen über eine Bank gehangen. Da hängt sie immer noch.
Dienstag 30.07.02
7.00 Uhr, wir segeln zurück nach Mommark. Kaiserwetter: Halbwind, kleine Welle, 2 Windstärken. Wir motoren unter Segel damit es schneller geht. Hoffentlich ist die Plane noch da!!
Um 11.00 Uhr sind wir ein zweites Mal in Mommark. Die Persenning ist jetzt trocken.
Es geht gleich weiter bzw. zurück durch den kleinen Belt bis Assens. Raumschootkurs, Windstärke 3, leichte Welle, Sonne. Wir packen den Spi aus. Super Klasse - wir haben Spaß!!
Kurz vor unser angesteuerten Bucht wird es immer flacher. Wir sehen ständig Grund und uns wird ganz schön mulmig. Tom sitzt vorne auf dem Bug und wir segeln weiter nach Augenmaß. (Ein Echolot haben wir nicht)
Hier ist die Dänische Südsee!!
Wir finden eine traumhaft schöne Bucht mit klarem Wasser und einem netten, kleinem, weißen Sandstrand. Wir gehen alle kurz baden. Haben aber noch Angst vor den Quallen. Die gibt es hier leider überall.
Heute Abend lassen wir es uns richtig gut gehen. Wir kochen Rigatoni mit schwarzen Oliven und getrockneten Tomaten. Dazu gibt es eine leckere Flasche Rotwein. Fair geteilt: 1 1/2 Gläser für Tom und den Rest der Flasche für Anja. Nach dem Spülen schüttet Tom den Eimer mit dem Spülwasser aus. Leider waren noch zwei Teller drin. Diesmal geht er etwas ausführlicher baden und taucht nach den Tellern.
Mittwoch 31.07.02
Herrlicher Sonnenschein nur leider Flaute. Wir baden, schnorcheln und verbringen den Tag mit Krebsefangen. Eine Wäscheklammer wird an eine aufgeknackte Muschel geklemmt, Takelgarn an die Wäscheklammer und fertig ist die perfekte Krebsangel.
Mittags kommt Wind auf. Wir segeln nach Middelfahrt. Der Wind frischt immer mehr auf. 4 Windstärken, ganz ordentliche Welle und Sonne. Wir kriegen jede Menge Salzwasser übers Schiff und hoffen, dass die Luke vorne dicht ist. Wir sitzen zu Dritt auf der Kante und Louis hat Spaß, wenn ihm das Wasser ins Gesicht spritzt.
Der Yachthafen gefällt uns nicht. Wir segeln vom Samsobelt durch Snävringen zum alten Hafen von Middelfahrt. In der Meerenge von Snävringen fühlen wir uns ein Bißchen wie am Rursee. Links und rechts Wald, kurvig und der Wind dreht ständig. Dazu kommt eine sehr starke Strömung. Zu unserem Glück in Fahrtrichtung. Wir sind wahnsinnig schnell!
Der alte Fischerhafen ist winzig klein. Tom glaubt es gibt keinen Platz mehr für uns. Ich denke, so ein kleines H-Boot passt immer dazwischen. Etwas zaghaft quetschen wir uns rein. In einem rechteckigen Becken liegen die Boote dicht gequetscht auf Päckchen. Es wird solange aufgerückt, bis keiner mehr rein noch raus kommt. Wir finden es total klasse!
Hier gibt es einen Aldi, wir starten zum Großeinkauf und leisten uns Grillfleisch. In Dänemark ein unvorstellbar teures Vergnügen. Fleisch für 2 ½ Personen 25,00 €.
Wir grillen auf der Mole und genießen. Wie bisher in jedem Hafen gibt es auch hier viele andere Kinder. Auf er Mole werden Playmobil-Ritter ausgepackt und Pokemoneditionen verglichen. Achtjährige tauschen Adressen und fragen nach Handynummern. Unglaublich aber wahr!
Donnerstag, 01.08.02
Der Deutsche Wetterdienst sagt Gewitterböen bis Stärke 9 voraus. Was nun? Im Hafen wollen wir aber nicht länger bleiben. Also los – wir versuchen es.
Draußen ist Windstärke 4-5 jedoch Strömung gegen Wind und eine 1,5 Meter hohe Welle. Wir werden gebadet ohne Ende. Louis war zu lange in der Kajüte und ist kreidebleich im Gesicht. Also, Schwimmweste an und raus!!
Tom hat Spaß. Ich habe ein Bißchen Angst um mein Schiff. Louis ist schweigsam(das erste Mal in diesem Urlaub sonst blubbert er ohne Ende, stöhn...).
Wir segeln zur Insel Aebelø. Nach 4 Stunden erreichen wir unser Ziel. Der Wind läßt nach und wir finden einen schönen Ankerplatz. Die Gummilinda wird aufgepustet und wir erkunden die Insel. Wunderschön!!! Nachts kommen dann die versprochenen Gewitterböen. Tom legt einen zweiten Anker. Wir kullern durchs Schiff und Alles klappert und rappelt. An Schlaf ist nicht zu denken.
Freitag, 02.08.02
Totale Flaute, dunkle Regenwolken. Wir motoren Richtung Horsens Fjord. Unterwegs fängt es so stark an zu regnen, das wir keine 20 Meter weit sehen können. Louis und ich sitzen in der Kajüte während Tom draußen unter der Persenning kauert und tapfer vor sich hin motort. Unsere Rollfock ist unter Deck montiert und das Wasser läuft unaufhaltsam die Decksdurchführung vom Vorstag entlang – Richtung Bett. Mit Tupperdose und Schwamm bewaffnet versuche ich im 10 Minuten Takt der Sache Herr oder besser Frau zu werden. Mit nur mäßigem Erfolg. Wir hoffen das unser Gps funktioniert und kein großes Schiff kommt. Wir sehen nichts mehr.
3 Stunden später laufen wir pitschnaß im Hafen von Sneptun ein. Alles ist naß und klamm, innen und außen.
Der Hafen gefällt uns nicht. Von unseren letzten Dänischen Kronen kaufen wir Milch, Brot und Paprika kauern uns zu Dritt in die feuchte Kajüte und kochen Tortelinis.
Wir möchten gerne höher in den Norden segeln nur leider haben wir für dieses Gebiet keine Seekarten. Also spazieren wir mit der Dänemarkstraßenkarte unterm Arm durch den Hafen und quatschen zwei Deutsche auf einer Sprinta an. Die sind uns sympathisch, weil sie genauso naß sind wie wir. Wir bitten, in die Seekarten schauen zu dürfen, damit wir uns die wichtigen Koordinaten und Untiefen in unsere Straßenkarte einzeichnen können. Nach einem kleinen Schnack, leihen uns die Zwei ihre Seekarte. Wir versprechen sie nach dem Urlaub zurückzuschicken. Super!!!
Samstag, 03.08.02
Bewölkt 3-4 Windstärken. Wir spannen eine Leine vom Vorstag zum Mast zum Achterstag und hängen den kompletten Inhalt unseres H-Bootes zum Trocknen nach draußen. Leider recht erfolglos. Die Luftfeuchtigkeit ist viel zu hoch.
Wir segeln weiter zur Insel Tunø. Während Tom versucht seinen Segeloverall anzuziehen rummst es und das Schiff macht zwei kleine Hüpfer. Da hat wohl einer nicht ordentlich auf den Kompass geschaut. Aber wir haben noch mal Glück gehabt. Es sieht nicht nach einem größeren Schaden aus.
Das Wetter wird immer schlechter. Eine Regenfront ist im Anmarsch. Es liegen diverse Seekabel auf dem Grund und der Wind ist so ungünstig, dass wir bei Tunø nicht ankern können. Wir segeln weiter zur Insel Samsø. Es ist traumhaft. Wir finden einen winzig kleinen romantischen Hafen. Clubhaus mit Kamin und Mikrowelle und die für Dänemark typischen Selbstbedienungslädchen. Kleine Holzbuden befüllt mit den Gemüsen der Region. Die Ware ist ausgezeichnet und das entsprechende Geld wirft man in eine kleine Blechkiste mit Schlitz. Weit und breit kein Mensch. Wir finden das immer wieder klasse.
Wir besitzen mittlerweile keine einzige Dänische Krone mehr und ankern an einem schönen Sandstrand direkt neben dem Hafen. Laut unserem Hafenführer gibt es in einem Dorf 4 km weiter eine Bank. Wir rudern an Land und strumpel los. Norby ist ein malerisches Dorf. Reetgedeckte Häuser mit kleinen Vorgärten in denen alle Sorten Blumen wuchern. Nur eine Bank gibt es leider nicht. Die nun wirklich allerletzten 10 Kronen gehen für ein Eis für Louis drauf. Dafür muß er schwören auf dem Rückweg nicht mehr zu stöhnen und zu meckern. Total erledigt, immer noch ohne Geld, sind wir um 21.00 Uhr wieder an Bord. Schnell noch Carlini gekocht und dann fallen wir alle Drei todmüde in die klammen Kojen.
Sonntag, 04.08.02
10.00 Uhr morgens. Alles grau in grau. Keine Sonne in Sicht und kalt. Wenigstens bläst ein ordentlicher Wind. Als erstes alle Klamotten nach draußen zum trocknen, einschließlich Polster. Im Schiff ist es mittlerweile so feucht, dass sich der Himmel löst. Tom`s morgendliche 1. Tat: Pattextube aus der Schublade und diverse Stellen am Himmel wieder ankleben.
Wir segeln weiter um die Insel. 3-4 Windstärken, nette Welle wir müssen kreuzen. Wir passieren den nördlichsten Punkt unserer Reise. Das Meer hat eine sehr starke Strömung. Uns ist richtig unheimlich – Wellen und Kabbelwasser von allen Seiten. Vor uns bilden sich richtige Strömungslinien auf dem Wasser. Unterwegs entdecken wir die kleine Insel Verø und entscheiden uns spontan noch eine weitere Nacht zu ankern. Wir finden einen herrlichen Sandstrand und hellgrünes Wasser. Die Sonne kommt raus und die Welt ist wieder in Ordnung.
Wir sind die einzigen Menschen hier und erobern die Insel. Natürlich finden wir auch einen Schatz. Einen Mega riesen Fender. Der Fender ist so groß wie Louis und wir müssen die Luft ablassen, damit wir das Teil an Bord nehmen können.
Nachts frischt der Wind auf und an Schlaf ist mal wieder nicht zu denken. Das Toplichtkabel im Mast klakkert und wir kullern in unseren Kojen unaufhörlich von links nach rechts. Jetzt wissen wir auch, warum wir das einzige Schiff hier sind.
Montag, 05.08.02
Die Sonne scheint, herrlicher Ostwind 4-5, 1,80 Meter Welle. Alle Mann Schwimmwesten an und Spi hoch. Wir surfen auf den Wellen nach Ballen. Teilweise erreichen wir unsere Record-Reisegeschwindigkeit von 8, 6 Knoten. Juhu, das macht Spaß!!!
Die Wellen sind zu hoch um den Motor anzuhängen, wir rollen das Groß auf und fahren unter Fock mit voll Speed in den Hafen. Funktioniert besser als ich gedacht habe.
Wir vertäuen das Schiff und suchen den Bankomat. Wie immer - 4 km entfernt in Treneberg. Louis hat keine Lust zu laufen und ich halte zum Entsetzen von Thomas den Daumen raus. Glück gehabt wir werden auf Hin- und Rückweg mitgenommen.
Der Hafen ist sehr schön. Buntes Treiben, Fischer verkaufen fangfrische Fische und wir haben was zu gucken. Während Tom und ich gemütlich an der Mole ein Bierchen trinken, fällt Louis bei der Krebsjagt wieder Einmal ins Hafenbecken. Leider tut er sich diesmal richtig weh und hat das halbe Gesicht verschrammt.
Abends in der Kajüte in leicht bis stark gekrümmter Stellung gibt es Carlini. Diesmal rot. Die Lebensmittel sind so unvorstellbar teuer, dass einem der Appetit vergeht (1 Bier 5 €, 1 Eiskugel 2,50 €).
Dienstag, 06.08.02
Wir legen einen Zwangshafentag ein. Draußen toben bei Sonnenschein 7-9 Windstärken und riesen Wellen.. Tom sitzt auf der Kaimauer und trauert. Wir bleiben trotzdem im Hafen, weil ich Angst um mein Schiff habe. Außerdem haben wir weder Rettungsinsel noch Signalpistole an Bord. Wir vertreiben uns die Zeit mit Segelreparieren und Postkartenschreiben.
Mittwoch, 07.08.02
3-5 Windstärken, Sonne, Welle. Bei herrlichstem Segelwetter segeln wir mit raumschoot Wind 52 Seemeilen bis nach Lungeberg. Wir segeln unter der großen Beltbrücke durch und staunen über das große Bauwerk. Die Brücke ist so riesig, dass man sie schon Stunden vorher sieht.
Die Strecke ist ganz schön lang. Wir haben Hunger und wissen nicht mehr wie wir noch auf unserem Po sitzen sollen. Voller Vorfreude auf den geplanten Grillabend, werden schon während der Fahrt Kartoffeln in Alufolie gewickelt und Konblauchquark zubereitet.
19.30 Uhr laufen wir in den kleinen Fischerhafen von Lungeberg ein. Das Schiff ist noch nicht richtig vertäut, da steht Tom schon mit dem Grill auf der Mole (Hunger!!). Alle anderen gucken schon wieder komisch. Direkt neben unserem Schiff auf der Mole steht ein Tisch mit zwei Bänken. Was für ein Luxus. Wir sind überglücklich seit langer Zeit mal wieder aufrecht sitzend an einem Tisch zu essen.
Donnerstag, 08.08.02
Unsere letzte Station ist die Bucht vor Ristingen. Wir starten um 11.00 Uhr. Die Sonne scheint, 3-4 Windstärken und eine schöne Welle. Tom der als einziger keine Segelklamotten trägt, wird nach der Hafenausfahrt Erstmal kräftig gebadet.
Wir fahren durch den Rud Købing Løb. Das Meer ist hier teilweise nur 60 cm tief. Man muß sich strikt an die betonnte Fahrrinne halten. Wir wollen den Motor nicht extra anhängen und kreuzen unter Segel bei leichter Strömung durch die enge Fahrrinne. So viele Wenden sind wir die letzten zwei Wochen nicht gefahren. Die anderen Segler motoren und gucken sehr skeptisch. Aber es klappt.
Das Wetter wird leider schlechter. Wolken ziehen auf und es wird kühl. Wir ankern in der Bucht von Ristingen. Allgemeine Wassertiefe ist hier ca. 1,60 m. Eine spannende Angelegenheit mit unserem Tiefgang von 1,30 m. Langsam tasten wir uns mit „Tom Methode“ näher ans Ufer: Kleines Bißchen Fahrt, Anker mit Schlenderwurf Voraus und gucken, wieviel Kette er braucht.
Vor uns liegt plattes grünes Land. Wir sind ganz alleine und genießen unseren letzten gemütlichen Abend. Wir sind traurig und würden gerne noch länger segeln.
Freitag, 09.08.02
Zurück nach Kappeln. Blauer Himmel und Flaute. Wir Motoren bis zur Insel Aerø durch ein enges Fahrwasser, dass an beiden Seiten so flach ist, dass das Meer eine hellgrüne Farbe annimmt. Später frischt der Wind auf, und wir haben bei 3 Windstärken noch einen wunderschönen letzten Segeltag.
Während wir den Mast legen und unser Schiff mit viel Süßwasser spülen, kann Louis es sich nicht verkneifen, ein drittes Mal in einem Hafenbecken schwimmen zu gehen.
Schön war es!!!!!!
Anja Strang
Zum Schluß möchten wir uns noch ganz herzlich bei allen bedanken, die uns Diverses geliehen haben (den Eltern Schnitzler für den Motor, Michael für die Regenplane und den zweiten Anker, Herrn Kurt für die Seekarten und vielen nützlichen Tips, Bernd für Kocher, Schooten und jede Menge Kleinkram, Werner für sein GPS und natürlich Vera und Mathias für den Volvo). Denn wir sind ja eigentlich nur stolze Besitzer eines alten Regatta-Schiffs. 
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