Rurseewoche 2005
14.05. - 16.05. - Optimistenmeisterschaft beim FSCK
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Samstag
Auch in diesem Jahr hat sich der Ford-Segel-Club traditionell an der Ausrichtung der Rurseewoche beteiligt. Wie in den letzten Jahren haben wir uns die Betreuung der Jüngsten auf die Fahne geschrieben.
Die Bedingungen sind denkbar schlecht – Dauerregen, wenig bis gar kein Wind und 10°C am Samstag sorgen bei den Veranstaltern für sorgenvolle Mienen. Aber davon lassen sich unsere Jüngsten nicht abschrecken. Mit Begeisterung treten sie mit 16 Teilnehmern zum ersten Rennen des Tages an.
Die Wettfahrtleitung übernimmt auch in diesem Jahr Claus Eichinger vom SSC. Mit seiner gewohnt umsichtigen und sensiblen Art sorgt er von Anfang an dafür, dass Spaß und Fairness im Vordergrund dieser Regatta stehen. Regattasegeln soll ja auch Spaß machen und nicht schon in jungen Jahren den Spaß am Sport verderben.
Nach ausgiebiger Analyse der örtlichen Windverhältnisse wird vor der FSCK-Steganlage ein Dreieckskurs ausgelegt. Nach der obligatorischen Steuermannsbesprechung erfolgt dann um 12:00 der Start zur ersten Wettfahrt.
Gemini, Kenter-Queen und Maximum überqueren als Erste die Startlinie und führen das Feld an. Nach kurzer Zeit kann sich Gemini absetzen, in 200m Entfernung folgt das Feld angeführt von Maximum. Weitere Verfolger können sich nicht lösen – das Feld bleibt zunächst dicht beisammen. Erst zu Beginn der zweiten Runde lockert sich das Feld auf und Maximum nimmt die Verfolgung auf. Schließlich gewinnt Gemini den ersten Lauf. Bei dem nun vollständig abflauendem Wind und Dauerregen können dennoch 14 von 16 Booten das Rennen beenden. Jeder hat sein Bestes gegeben und die Letzen sind nach diesem Kurs in Kälte und Regen vollkommen durchgefroren. Nun geht es erstmal zum Mittagessen ins warme Clubhaus, um bei Spagetti Bolognese wieder zu Kräften zu kommen.
Dauerregen sorgt für eine ausgedehnte Mittagspause und als keine Besserung in Sicht ist wird mit Einverständnis der Kinder entschieden: heute kein weiterer Wettfahrtlauf.
Dafür startet um 19:00 der festliche Teil der Rurseewoche mit dem Galaabend, dessen Ausrichter in diesem Jahr der FSCK ist. 150 hungrige Gäste warten gespannt auf die Eröffnung des Buffets. Nach einer bewusst kurz gehaltenen Begrüßung kann sich unser Sportwart Michael Hoffmann gerade noch zur Seite retten, um nicht vom sprichwörtlichen „Sturm aufs warme Buffet“ überrannt zu werden. Die Stimmung ist entspannt und fröhlich – man hat sich eine Menge zu erzählen. Erst zu vorgerückter Stunde kann der DJ zum Tanz ermutigen. Und so klingt der Abend dann schließlich in kleiner Runde aus.
Sonntag
Der Sonntag beginnt bei 6 -7 °C heiter bis wolkig. Gegen 10:00 Uhr verheißt zunächst frischer Wind bei Sonne und leichter Bewölkung einen idealen Regattatag.
Doch das soll nicht lange anhalten. Kurz darauf zeigt sich der Rursee mal wieder von seiner typischen unberechenbaren Seite. Das Rätseln um die örtlichen Windverhältnisse und den idealen Regattakurs beschäftigt die Wettfahrtleitung erneut. Doch das macht ja neben der beschaulichen Lage inmitten der grünen Eifelwälder den besonderen Reiz des Segelreviers Rursee aus – es wird nie langweilig.
Die besten Windverhältnisse werden für diesen Tag an der Rurberger Platte rund um Tonne 1 lokalisiert. Heute soll das Rennen über einen Dreieckskurs von zwei Runden gehen und immerhin 15 der 16 gestarteten Boote beenden das Rennen in der erforderlichen Zeit. Der jüngste Teilnehmer in Kleiner Teufel segelt ehrgeizig trotz großen Abstandes zum Gesamtfeld sein Rennen zu Ende.
Nach dem Mittagessen erfolgt der zweite Start um 14:34, die Zieldurchläufe sind zwischen 15:18 – 15:45 Uhr. Diesmal beenden alle! das Rennen – rechtzeitig zur Rursee typischen Abendflaute. Das Abendprogramm des heutigen Tages, der traditionelle Grillabend, wird diesmal vom SSCR in Woffelsbach ausgerichtet.
Montag
Der folgende Montag, der letzte und entscheidende Regattatag, steht im Zeichen strahlenden Sonnenscheins – traumhafte Bedingungen zum Endspannen in der wunderschönen Umgebung des Naturparks Nordeifel, Rursee. Leider aber katastrophale Bedingungen zur Ausrichtung einer Regatta, denn naturgemäß bringt eine stabile Schönwetterlage keinen Wind und ohne Wind kein Segeln – somit bei absoluter Flaute erneut Rätseln bei der Regattaleitung.
Dann gegen 12:00 kommt dennoch leichter Wind auf und ein Dreieckskurs (als Bahnmarken werden drei Tonnen A, B, C ausgebracht) über drei Runden soll den heutigen Kurs direkt vor der Steganlage des FSCK vorbeiführen – ideale Bedingungen für die Zuschauer, Eltern wie Betreuer, dem spannenden Finish beizuwohnen.
Start ist um 12:11 Uhr in Richtung Rurberg. Gemini,Zieh ab und Ping Ping führen das Feld auf direktem Kurs zu Tonne A an. Das folgende Feld bleibt geschlossen. Nach Rundung der ersten Tonne dreht der Wind und kommt nun aus Richtung Rurberg. Mit achterlichem Wind geht es daher weiter auf direktem Kurs zur nächsten Bahnmarke, der Tonne B. Gemini kann sich auch heute absetzen und rundet als Erster Tonne B. Doch der „direkte Kurs“ ist selten auch der „richtige Kurs“. Kurz vor onne B bildet sich ein Windloch, in dem die beiden Verfolger Ping Ping und Zieh ab liegen bleiben und vom restlichen Feld wieder eingeholt werden – auch dies ein typisches Rursee-Phänomen, das Revierkundigen bei Regatten immer wieder einen unschätzbaren Vorteil verschafft.
Eine Verfolgergruppe mit Maximum und Ping Ping an der Spitze versucht nun erneut, die Führung zu übernehmen. Ein leichter Wind begünstigt das Vorhaben. In der zweiten Runde hat Maximum es schließlich geschafft, sich bis auf 100m an Gemini heranzutasten. Leider macht auch diesmal das typische Windloch vor Tonne B der Aufholjagd ein Ende, und Maximum muss Gemini davon ziehen lassen.
Allerdings bleibt Gemini nicht von den tückischen lokalen Flauten verschont, und so können einzelne Verfolger immer wieder aufschließen. Gemini schafft es jedoch, einen entscheidenden Vorsprung zu behaupten. Dann aber kann sich in der dritten und letzten Runde Grautvornix vom Feld absetzen und dicht auf Gemini aufschließen. Das schon entschieden geglaubte Rennen gerät zu einem spannenden Finish, in dem Gemini um 13:02 Uhr mit halber Schiffslänge vor Grautvornix gewinnt. Damit wird Gemini gleichzeitig Gesamtsieger der Regatta und an diesem dritten Wettkampftag beenden denn auch wieder alle gestarteten Teilnehmer das Rennen in der geforderten Zeit.
Drei abwechslungsreiche Tage gehen dem Ende zu. Die Jüngsten freuen sich auf die bevorstehende Siegerehrung beim Aachener Boots-Club in Woffelsbach und bei den Veranstaltern macht die Sorge um die widrigen Bedingungen freudiger Erleichterung Platz. Erneut konnte ein Segelereignis geboten werden, bei dem nicht nur verbissener sportlicher Ehrgeiz sondern auch Spaß und Geselligkeit ihren Platz hatten.
In diesem Sinne freuen wir uns schon auf das kommende Jahr und die nächste Rurseewoche.
Christian Verch
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